"Im Mai legen doch alle Vögel ein Ei", oder? Bekannte Worte, aber stimmt das auch?
Wir können diese Worte schon widerlegen, denn nicht alle Vogelarten legen ihre Eier im selben Monat. Es hängt sowohl von der Vogelart als dem Klima ab, wenn ein Vogel Eier legt.
Vogelart
Zuerst gibt es ein Unterschied zwischen Standvögel und Zugvögel. Standvögel bleiben das ganze Jahr hier, weil Zugvögel in wärmeren Orten überwintern. So kommen viele Zugvögel erst bei uns an, wenn viele Standvögel schon vollauf mit ihrem Nest beschäftigt sind.
Standvögel, wie manche Enten, legen ihre Eier sogar schon im Februar. Amseln und Spatzen fangen im März an, Meisen rund 1. April.
Auch gibt es ein Unterschied zwischen Zugvögel. So ist der Storch im März schon da und ist er schon gut am Brüten. Die Ankunft der Rauchschwalbe ist traditionell das Zeichen, dass der Frühling angefangen hat. Dieser Vogel kommt zwischen Ende März und Mai zurück. Die Frühesten sind schon im April am Brüten. Andere Zugvögel, wie der Kuckuck, der Pirol und der Silberschnäpper kommen in den letzten 10 Tagen von April an und fangen Anfang Mai an.
Raubvögel, wie die Waldeule, sind nicht von den Insekten abhängig, die im Frühling zahlreich anwesend sind, also legen sie ihre Eier schon im Februar.
Klima
Auch die Erderwärmung spielt dabei eine wichtige Rolle. Wenn das Frühjahr wärmer ist, wird es schon früher am Jahr Insekten geben. Insektenfressende Vögel, wie die Blaumeise, sollten dafür sorgen, dass ihre Junge wachsen, wenn am meisten Futter anwesend ist. In einem wärmeren Frühjahr werden sie deshalb früher Eier legen. So wurde berechnet, dass die Blaumeise jetzt im Durchschnitt 10 Tage früher brütet, als vor 30 Jahren.
Vögel laufen hier schon mehr Gefahr, da sie schneller auf einen Temperaturanstieg reagieren, und sie nicht auf eine stabilere höhere Temperatur warten. Dadurch können sie einen Nahrungsmangel bekommen, denn ihr Futter, die Raupen und andere Insekten, brauchen schon eine längere stabile Periode. Deshalb ist es immer nützlich, im Garten immer zuzufüttern!